Ein bisschen „la dolce vita“, „oh, bella“ und „buono“ habe ich letzte Woche hautnah erlebt: Ich durfte ein Seminar in Italien geben und hörte mir in München auch den Vortrag „Fit mit Fett“ meines geschätzten Kollegen und Top-Medizinjournalisten Andreas Jopp an. Der könnte euch über gesundes Fett so einiges erzählen.

Und natürlich war gesundes Essen auch danach das Thema Nummer 1. Vor allem aber ist mir beim gemütlichen Zusammensein eines aufgefallen: Alle Italiener waren richtig gut drauf, echt wahr. Und als sie mir von ihren Essgewohnheiten erzählten, ist mir auch klar geworden, warum: Es scheint am Fett zu liegen.

Wer jetzt an Pizza, Pasta & Co. denkt, also die ganzen Fett-Bomben Italiens – eben nicht: Die italienische Küche hat weit mehr zu bieten und schafft damit die Basis für ein gesundes Leben. Ja, von den Italienern könnts ihr euch, was gesunde Ernährung anbelangt, echt was abschauen.

Gutes Fett – ja gern!

Es ist ja nichts Neues: Jeder weiß, dass Fertiggerichte aus dem Supermarkt, der Burger vom Haubenlokal zur goldenen Möwe und die fettigen Chips auf der Couch nicht gerade gesundheitsfördernd sind. Denn mit diesen falschen Fett-Klumpen kann euer Körper schlichtweg nix anfangen. Sie machen die Menschen dick, krank und depressiv. Übergewicht, Rheuma, Herzinfarkt & Co. sind die Folgen, wenn sie zu viel von diesem Fett zu sich nehmen.

Wenns ihr genau das schon verinnerlicht habt – dass dieses Fett in der Ernährung nicht gut ist – dann habts ihr schon was ganz Wichtiges erkannt.

Und jetzt sag ich euch, dass ihr noch einen Schritt weiter gehen solltets. Werdets einen Ticken feiner in der Unterscheidung von gutem und schlechtem Fett und euer Körper wird noch fitter. Das schaffts ihr, indem ihr genauer auf die sogenannten ungesättigten Fettsäuren achtets.

Das Geheimnis der Omegas

Die gute Nachricht: Euer Körper braucht Fett. Doch Vorsicht, Fett ist nicht gleich Fett. Euer Körper braucht die guten Fettsäuren, um gesund zu bleiben.

Das sind die Omega-3-Fettsäuren. Sie aktivieren euer Gehirn, was Einfluss auf Konzentration und Leistung hat. Sie regulieren den Blutdruck, was Herzinfarkten vorbeugt, und wirken entzündungshemmend. Und sie heben die Stimmung. Wenn das nicht gut klingt!

Damit dieses gute Fett, die Omega-3-Fettsäuren, auch seine Wirkungskraft voll entfalten kann, solltets ihr hingegen weniger von den Omega-6-Fettsäuren zu euch nehmen, also beispielsweise Margarine, Sonnenblumen- oder Maiskeimöl.

In eurem Speiseplan könnts ihr das ganz leicht umsetzen: Wie wär’s mit nem knackigen Salat mit Olivenöl wie unsere italienischen Freunde? Oder gegrilltes Gemüse und Lachs oder Thunfisch dazu. Was für uns im deutschsprachigen Raum nämlich oft nach Diätplan klingt, ist in Italien geradezu ein Lebensstil. Und die Stimmung um mich rum in Italien hat’s bewiesen: von Diät-Depression oder Fett-Frustration keine Spur. Die Italiener waren voller Lebensfreude.

Und wenns ihr mal Inspirationen brauchts für die Küche mit gutem Fett, schauts einfach in die Speisekarte von eurem Lieblingsitaliener, was neben der Pizza-Spalte noch so steht.

Die Dosis macht das Gift

Gutes Fett, schlechtes Fett, Omega 3, Omega 6 – klingt mühsam? Ist es gar net. Seht’s einfach wie einen Ölwechsel. Nehmt’s als Richtschnur, dass ihr in Zukunft mehr Omega-3- als Omega-6-Fettsäuren zu euch nehmt und davon sowieso mehr als vom „ungesunden“ Fett zu euch zu nehmen solltets. Dann bleibt euer Körper gesund und ihr gut gelaunt. Ein Verhältnis von 4 zu 1 zwischen Omega 6 zu Omega 3 wäre ideal laut Andreas Jopp.

Und wenns ihr zwischenrein doch mal Bock auf eine italienische Pizza habts, ja dann lasst’s euch schmecken – muss ja nicht immer die Quattro Formaggi mit extra Portion fettem Käse sein, so eine Ricola-Pizza mit gutem Prosciutto kann’s ja auch. Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel und die Dosis macht das Gift. Euer Körper kann das ab und zu schon mal ab. Solange diese Speisen nicht zum Standardprogramm werden, passt das völlig. Euch muss es gut gehen – und so ne richtig leckere Portion Kaasspatzen tut Körper, Seele und Gemüt auch mal gut. Lasst’s euch schmecken.


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